Lebensart Reisen

Die Entdeckung der Langsamkeit in Portugal. Oder: Fernwandern als neues Hobby

Fernwandern Rota Vicentina

Fernwandern in Portugal: Rota Vicentina

Im Herbst bin ich mit einer liebe Freundin drei Wochen in Südportugal von Ort zu Ort gewandert. Mal kurze Etappen von zwei bis fünf Stunden, mal lange Etappen von bis zu acht Stunden. Fast jeden Tag weiter, Schritt für Schritt über Stock und Stein, immer mit meinem ganzen Baggage auf dem Rücken und der Sonne im Gesicht. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und eine Art des Reisen, die so schön intensiv und entspannend ist, dass ich das Fernwandern kurzerhand zu einem neuen Hobby von mir gekürt haben.

Die Route, die wir in Portugal wählten, war ab Sagres gut ausgeschildert. Wir beschlossen nämlich einfach der →Rota Vicentina zu folgen. Entgegen unserer Erwartungen, war diese kaum bewandert und so hatten wir den Weg fast immer nur für uns. Von Carvoeira nach Sagres folgten wie dem Küstenweg. Eine grobe Schilderung fanden wir →hier. Dieser Weg war definitiv abenteuerlicher.

Aber man muss ja nicht gleich so lang starten wie ich (auch wenn es in Europa zahlreiche Fernwanderrouten gibt, der bekannteste ist wohl der Jakobsweg nach Santiago de Compostela und eine der schönsten Wanderungen der Welt ist →die Durchquerung der Dolomiten), auch eine Woche oder schon nur zwei, drei Tage entschleunigen den Geist und machen Platz für neue Ideen & innere Ruhe.

Wanderung von Xela zum Atitlan-See

Mit →Quetzaltrekkers von Xela zum Atitlan-See in Guatemala

Bei den Mehrtageswanderungen in Guatemala diesen Frühling hat sich mein Entschluss jedenfalls gefestigt, öfters auch im Alltag Fernwandern zu gehen! Klar, dass dies etwas an Planung und Priorisierung verlangt – viel zu schnell sind Freitage oder Wochenende sonst in Stücken verplant; ein Essen hier, ein Festchen dort.

Darum ist der erster Schritt zu schauen, wann überhaupt Zeit für eine Fernwanderung ist und sich diese Tage für eine Wanderung reservieren und sich rauszusuchen, welche Strecke man gerne zurücklegen möchte. In der Schweiz gibt es zahllose Wanderrouten, eine Übersicht möglicher Zwei- und Mehrtagestouren mit ausführlicher Beschreibung gibt es auf der Seite →wandersite.ch.

Tipps zum Fernwandern:

Weniger ist mehr

Je mehr Gepäck du einpackst, desto mehr musst du tragen. Und mit der Zeit merkt man wirklich jedes Gramm zu viel! Ich hatte im Herbst zwar das Gefühl, minimalistisch gepackt zu haben, doch das dicke Buch hätte ich wirklich nicht mitnehmen müssen. Und auch das dritte Paar Leggins lasse ich das nächste Mal Zuhause. Und denke daran: das was du Zuhause einpackst ist nur ein Teil des Gepäcks. Es kommt noch Wasser dazu (ich hatte immer zwei Liter dabei)1, Picknick und je nach Zielort auch noch Zutaten für das Abendessen.

Aber: Zu wenige ist auch nicht gut! Packe mindestens ein zusätzliches Outfit für den Abend ein. Das Herumsitzen in einem verschwitzten & schmutzigen Outfit ist nicht nur für andere unangenehm, sondern auch für dich: Man erkältet sich nämlich sehr leicht!

All you need: Bequeme Schuhe & viel Zeit

Zeit zu reden, Zeit zu schweigen

Langes Fernwandern ist, finde ich, besonders inspirierend mit jemanden zusammen. Man hat Zeit zu diskutieren, philosophieren und Gedankenexperimente zu machen. Schön ist es auch, zusammen zu schweigen und einfach die Natur zu geniessen. Ein weiterer Aspekt, warum ich (noch?) nicht alleine im Ausland fernwandern möchte, ist die Sicherheit (und meine Angst vor Hunden). Oft ist man x Kilometer von der nächsten Zivilisation entfernt, verliert ab und zu den Weg oder fällt in ein Motivationstief.

Ist man aber nur wenige Tage unterwegs, wandert es sich wunderbar alleine. Die Ruhe der Natur zu spüren, seinen eigenen Rhytmus zu finden und den Gedanken nachzuhängen. Kein Wunder, ist die Gehmeditation ein bewährtes Mittel, seine eigene Mitte zu finden und zu entspannen!

Equipement ist das A und O!

  • Gute Schuhe erleichtern das Leben und lassen dich blasen- und schmerzfrei wandern. Ich liebe mein →Paar von Colombia,2 da ich sie bereits unzählige Male getragen habe, sie sehr bequem sind und guten Halt geben. Neu gibt es das Modell auch in einer ökolgischen Ausführung: Die →Women Conspiracy III Titanium ODX Eco sind aus ökologischen Textilien mit reduziertem Wasserverbrauch hergestellt, Schnürsenkel, gepolsterte Zwischensohle und die Gummilaufsohle sind aus recycelten Materialien. Getestet habe ich das wasserdichte und rutschfeste Modell bereits bei →einer kurzen Wanderung im Yosemite Nationalpark und ich bin – wie immer bei Produkten von Columbia – begeistert!3 Dazu noch ein paar Flipflops, um den Füssen am Abend in der Stadt Entspannung zu bieten und in den Unterkünften als Hausschuhe zu nutzen.
  • Auch ein bequemer, nicht allzu grosser Rucksack ist ein Muss. Ich habe ein →Modell von Bach, was ich von Zweitagestrips bis zu langen Reisen nutze. Besonders praktisch ist, dass er sich nicht nur oben sondern auch auf der Seite öffnen lässt. Gerade fürs tägliche Ein- und Auspacken ein nervensparendes Feature.
  • Dazu braucht es natürlich eine gute Regenjacke (ich habe die →«Outdry Ex Eco Insulated Jacket» von Columbia4), eine Sonnebrille (→meine ist von VIU) und ich empfehle auch das Einpacken eines warmen Pullovers oder eines Faserpelzes.

Langsam, aber stetig

Wer nicht gerade super-sportlich ist, sollte es langsam angehen. Gerade bei steilen Etappen komme ich schnell aus der Puste. Damit ich diese trotzdem schaffe, beginne ich im Schneckentempo (und bin in Gruppen so immer die Letzte). Dadurch, dass ich aber so langsam beginne, schaffe ich es langsam aber sicher bis nach oben – ohne Halbzusammenbruch, ewig langen Erholungspausen oder der Angst, es nicht zu prästieren.

Ich sehe immer wieder Berggänger*innen, die sich zu viel zutrauen und am Anfang Vollgas geben. Schliesslich hat man noch Energie und je schneller, desto eher ist die steile Etappe geschafft. Leider kommt dann meistens irgendwann das böse Erwachen und es wird geflucht, gekrochen & gelitten. Das ist weder gesund noch macht es Spass. Darum wirklich lieber von Beginn weg langsam gehen!

Fernwandern: Equipment & Gedanken
Wanderst du auch so gerne? Welche Mehrtagesrouten empfiehlst du oder willst du mal wandern? Habe ich noch was Wichtiges vergessen? Ich freue mich über dein Feedback & Gedanken zu diesem Beitrag :)


1 Beim Fernwandern in der Schweiz ist das Wasser übrigens kein so grosses Problem: Alle Brunnen, bei denen nichts steht, haben Wasser in Trinkwasserqualität. Flaschen können also oft und gratis aufgefüllt werden :)
Waren mal ein PR-Sample und kommen seither wirklich auf jede Reise & Wanderung mit!
Ein PR Sample.
Auch ein PR Sample.

1 Comment

  • Reply
    Tom BENDELS
    1. Juni 2018 at 13:35

    Wow, klingt verlockend. Ich habe bis lang nur Fuji-san erklommen und eine Trekkingtour von zwei Tagen in den japanischen Alpen gemacht. Warbaber auch eine super Erfahrung.

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