Cocktails Lebensart

30 Tage ohne Alkohol – oder doch nicht?

Kein Alkohol, (k)ein Problem?!

Kein Alkohol, (k)ein Problem?!

Nachdem ich es →bereits letztes Jahr gemacht hatte, wusste ich, dass ich auch dieses Jahr wieder einen Monate auf Alkohol verzichten will. Meine Motivation hinter dem Verzicht erschliesst sich mir selber nicht ganz. Zu meiner Überraschung/Enttäuschung habe ich letztes Jahr während den 30 Tagen kaum einen Unterschied gemerkt: Ich habe genau so gefeiert, angestossen & genossen wie sonst auch. Meine Haut war nicht schöner, ich fühlte mich nicht gesünder oder fitter und gespart habe ich zwar ein paar Franken, so richtig ins Gewicht ist das aber nicht gefallen. Trotzdem fühlt es sich einfach richtig an, wieder eine Zeit lang auf Alkohol zu verzichten.

Darum habe ich ganz spontan & zusammen mit zwei Freundinnen trockene 33 Tage gemacht. Hier das Tagebuch zum Selbstversuch:

Tag 1

Ich bin zu Besuch und die Freundin erzählt mir, dass sie und ihre Mitbewohnerin den nächsten Monat auf Alkohol verzichten wollen. Spontan schliesse ich mich an – um nur kurze Zeit späte nochmals darüber nachzudenken. Will ich wirklich den ganzen Mai nichts trinken? Schliesslich steht noch der Girls-Trip nach Genua an und am nächsten Sonntag habe ich zum Fondue-Essen eingeladen… Was soll’s, ein perfekter Zeitpunkt gibt es nie – I’m in!

Tag 2

Beim Pizzaessen erzähle ich mich meinem Bruder vom Plan. Seine Überzeugung, dass sich Alkohol am Bauch festsetzt, motiviert mich zusätzlich, das Ganze jetzt durchzuziehen. Zu meinen Genua-Bedenken meint er, dass ich die vier Tage ja trinken können und die Tage dafür doppelt oder dreifach dranhänge. Eine sinnvolle Option, die ich mir mal offen lasse.

Tag 3

Beim Putzen höre ich mal wieder das Podcast →Happier by Gretchen Rubin. Zufall, dass gerade die Episode «Try Giving Up Something For A Month» läuft? Als guten Grund, was für eine Zeit aufzugeben, nennen sie, dass man dann Alltägliches wieder schätzt – klassisches Beispiel dazu ist Kaffee. Ich gestehe mir ein, dass ich wirklich oft ein Glas Wein zum Essen geniesse oder mir ein Apéro nach getaner Arbeit gönne und freue mich bereits jetzt darauf, wenn dies nicht mehr zum Alltag sondern zum Feiern besonderer Momente gehört!

Tag 4

Im echten Leben wird mein Alkoholverzicht an einem Event und mit Kollegen fast kommentarlos akzeptiert (kein Wunder, es ist ja auch Dienstag), beim Organisieren vom Abmachen mit Freunden merke ich, dass der Mai wohl das Äquivalent zum Dry January ist – zumindest habe ich bereits eine dritte Freundin, die unabhängig von uns beschlossen hat, einen Monat nichts zu trinken:

Alkoholfrei Freunde

Jetzt machen wir schon zu viert Dry May!

Etwas schwieriger gestaltet sich das Ganze bei meiner Cousine, die nun ihr französisches Bistro (aka den Wohnzimmertisch aufs Trottoir stellen) erst in einem Monat eröffnen kann – was ist schon ein Bistro ohne Wein?!

Alkohlfrei Einladung

Nein Spass bei Seite, ein Datum für die Bistro-Eröffnung haben wir zwar noch nicht gefunden, doch die Vorfreude auf laue Sommerabende inmitten der Stadt steigt, egal ob mit oder ohne Alkohol.

Tag 5

Ich habe mich schon ans Nichttrinken gewöhnt und bestelle zur Pizza (ja, mein Lieblingsessen und somit ein Grundnahrungsmittel) Sprudelwasser und lehne auch später bei Freunden problemlos alkoholhaltige Getränke ab. Dass mir der Verzicht so einfach fällt, überrascht mich selber. Aber ob das so bleibt? Ich glaube nicht…

Tag 6

Heute habe ich den sonnigen Morgen genutzt und Fotos für den ersten Rimuss Fresh-Post geshootet. Der Vorteil von Rimuss zu Prosecco? Nach dem Fotografieren kann man die Gläser gleich austrinken und ist dann immer noch fit für den Tag :)

Hier findest du ganzen Beitrag

Die am Abend eingeladenen Freunde sind etwas weniger begeistert von meiner Abstinenz. Ihrer Trinkfreudigkeit tut das aber keinen Abbruch – die zwei mitgebrachten Flaschen Rotwein trinken sie zu auch zu dritt locker.

Tag 7

Wow, schon eine Woche ohne Alkohol. Und es fühlt sich so normal an, dass ich kaum mehr daran denke, dass ich nicht trinke.

Tag 8

Heute habe ich viele Freunde zum Saison-End-Fondue eingeladen. Denn der Sommer steht vor der Türe und die warmen Tage sind für mich Fondue-freie Zeit. Da ich bereits bei der Einladung ankündigte, dass ich keinen Wein trinken werde und auch keinen Kirsch mehr zu Hause habe (Saisonende halt), verzichten plötzlich ganz viele auf Wein. Von 9 Personen trinken nur 3. Und dass in meinem Zuhause – ganz komisch. Aber es zeigt auch: Verzicht ist einfach und sogar ansteckend ;)

Tag 9

Heute geht es für einen PR-Einsatz der Swiss nach Bonn. Der Tag ist so lange und anstrengend, dass ich definitiv keinen Wein brauche, um am Abend schnell und tief einzuschlafen.

Tag 10

Heute nach der Veranstaltung findet das Mitarbeiterfest statt. Da fühle ich mich zwischen all dem Wein & Bier mit meinem Sprudelwasser wirklich etwas doof. Doch dann die Erleuchtung: Es gibt alkoholfreies Bier!

Werde ich bestimmt noch öfters trinken – auch nach den 33 Tagen.

Tag 11

Heute bleibt keine Zeit, mir Gedanken um Trinken oder Nicht-Trinken zu machen, zu lange und anstrengend ist der Tag. Zudem fällt das Meeting der →Living Library in die After-Work-Zeit, ganz praktisch so ein Engagement.

Tag 12

Nach einem elend langen Tag bin ich bei meiner Cousine zu einem köstlichen Znacht eingeladen. Eine Freundin kommt auch und ihr Mitbewohner ist auch da. Und ganz ehrlich: Normalerweise hätte ich eine Flasche Wein gebracht, die wir zusammen getrunken hätten. Doch da ich mit Schoggi statt Wein komme und wir alle etwas kaputt sind, tut der Verzicht auf den gegärten Traubensaft allen gut. Nüchtern betrachtet ein toller Abend ;)

Tag 13

Heute verbringe ich endlich wieder mal einen Abend zu Hause. Wie eine Oma gehe ich früh ins Bett und bin dann am nächsten Morgen doch nicht so erholt, wie man sein sollte…

Tag 14

Die heutige Müdigkeit kann ich definitiv nicht dem Alkohol und auch nicht dem Entzug zuschreiben. Seit zwei Wochen trinke ich nun nichts mehr und auch wenn es bereits zahlreiche Situationen gab, wo ich bedenkenlos und passend ein Glas (oder zwei ;)) hätte trinken können, fällt der Verzicht unglaublich einfach. Das erstaunt mich immer selbst wohl am meisten!

Nur leider merke ich von all den angepriesenen Vorzügen der neuen Nüchternheit nichts. Ich überlege mir, das Buch «sober curious» zu bestellen. Beschliesse aber, zuerst in der USA zu schauen, ob ich das Buch nicht im nächsten Shop finde.

Tag 15

Der lange Flug in die USA macht Spass – dem guten Team sei Dank. Statt am Abend dann mit einigen bei einem Glas Wein anzustossen, trinke ich einen Minzentee. Passt zwar nicht wirklich, wärmt aber zusätzlich. An der Westküste ist es nämlich wieder einmal viel kälter als gedacht…

Tag 16

Nach einem Tag quer durch Los Angeles geniessen wir den Abend auf der wohl schönsten Rooftopbar der Stadt: →Spire 73. Statt einem Cocktail trinke ich ein Mocktail – alkoholfrei, lecker, günstiger. So schlecht ist das Leben ohne Buzz gar nicht…

Spire 73 Rooftopbar

Hier das Instagram-Highlight zu LAX.

Tag 17

Heute steht der Rückflug an. Dass ich da auf Alkohol verzichte, ist selbstverständlich und hat nichts mit dieser Challenge, sondern mit Sicherheit an Board zu tun.

Tag 18

Der kurze Abend in der Schweiz nutze ich zum Ankommen, Waschen & Packen – morgen geht es schliesslich nach Genua!

Tag 19, 20 & 21 – Genua

Wer erinnert sich? Zu Beginn der 33 Tage war ich mir unsicher, ob ich in Genua trotz des Experiments trinken will oder nicht. Mein Entscheid? Ich mache eine Ausnahme!

Und das ist OK so. Ich geniesse die Tage mit meinen Freundinnen, die ich leider viel zu selten sehen, sehr. Wir reden mehr als Sight-Seeing zu machen. Das Wetter ist grau, der Wein fein und meine Liebe zu Italien berauscht mich mal wieder…

Tag 22

Im Zug zurück nach Zürich bestellt die Freundin Prosecco, ich alkoholfreies Bier.

Am Abend beim Pizzaessen geniesst die Familie einen guten Roten, ich bleibe dem Mineralwasser treu. Zu meiner Überraschung fällt mir der Verzicht trotz der dreitägigen Ausnahme zuvor leicht.

Wie ich nach den 33 Tagen den Alkohol konsumieren will, ist mir noch nicht ganz klar. Weniger finde ich tatsächlich gut – ich bilde mir nämlich ein, besser zu schlafen und weniger Cellulite zu haben…

Tag 23

Nach einem langen Arbeitstag gehe ich heute zu zwei Freundinnen Abendessen. Eine davon ist die Freundin, die mich am Tag 1 überhaupt für dieses Experiment begeistert hat. Im Gegensatz zu mir ist für die der Fall aber klar: Weniger Alkohol ist für sie der neue Lebensstil, darum gehören auch Ausnahmen dazu (Opas Geburtstag und andere Feierlichkeiten), doch der Alkohol ist Weg von ihrem Alltag und so soll es auch bleiben.

Tag 24

Lustigerweise bin ich heute an einem Blogger-Event, wo es um Wasser geht, aber aller nur Prosecco trinken. Wahrscheinlich, damit das Socializen besser geht… Ich bleibe dem Wasser treu, Networken geht auch so.

Tag 25

Heute habe ich im Buchladen in der USA nach dem Buch →Sober Curious gesucht. Auch wenn der Buchladen nicht riesig ist, hat er vier Regale voller Diätbücher, eines zu Krankheiten und zwei zu Cocktailmixen und Weinwissen. Ich finde kein einziges Buch, welches den Alkoholkonsum kritisch beleuchte. Schon krass, wenn man bedenkt, dass Alkohol laut der WHO zu den häufigsten Todesursachen gehört:

«Alkohol ist auf globaler Ebene eines der drei wichtigsten gesundheitspolitischen Themen. Zwar trinkt nur die Hälfte der Weltbevölkerung Alkohol, doch ist dieser Konsum nach zu niedrigem Geburtsgewicht und unsicheren Sexualpraktiken die weltweit dritthäufigste Ursache für Erkrankung und vorzeitigen Tod. In Europa steht Alkohol nach Tabak und Bluthochdruck als Risikofaktor für Erkrankung und Tod an dritter Stelle.» →Quelle

Tag 26

Endlich bestelle ich →Sober Curious bei Amazon. Dort kostet es deutlich weniger als bei Exlibris und auch die Lieferung erfolgt schneller, nämlich in 3-5 Tagen.

Tag 27

OMG OMG – die zweite Ausnahme! Nach dem Rückflug und einem kurzen Power-Nap geniesse ich das neue Flatbread in der blauen Ente – zusammen mit einem Kollegen und anderen Statisten. Denn es wird ein Social-Media-Video gedreht. Dazu gibt es einen reichhaltigen Rosé, einfach delikat!

Nach dem Dreh gehen wir an den See und läuten den Sommer mit einem Döschen Prosecco ein. Dabei merke ich, dass ich keine Lust mehr habe, weiter auf Alkohol zu verzichten. Dabei sind es nur noch 3 Tage!

Tag 28

Der ganze Tag habe ich eingekauft, geputzt und gekocht. Eigentlich mache ich nichts von dem sonderlich gerne, doch wenn ich mir Zeit lasse (also so einmal im Jahr), ist es eigentlich noch ganz angenehm. Lust auf Wein & Co. hatte ich dabei null – wahrscheinlich war ich durch die Putzmittel eh schon high ;)

Tag 29 ~ habe ich versagt?

Heute ist der letzte richtige Challenge-Tag. Der letzte richtige darum, weil ich die nächsten Tage nur arbeite und so wie so nicht zum Trinken komme.

Unabhängig von diesem Selbstversuch habe ich mit bei →Mondovino wieder Mal mit Wein eingedeckt. Die Heimlieferung ist einfach zu praktisch & ich profitiere immer von Bio-Wein-Aktionen. Kann ich also nur empfehlen. Und im Keller macht sich Wein einfach besser als Krimskrams.

Als der Besuch eintrifft, habe ich immer noch Lust zum Trinken. Und stosse dann mit ihnen an, geniesse das feine Essen und die gute Stimmung, Am Abend, als sie nach Hause gehen, geniesse ich noch ein Glas Wein auf der Coach und lese endlich wieder mal ein paar Seiten.

Das gute Leben – irgendwie gehört für mich da ab und an Wein dazu.

Habe ich jetzt versagt? In deinen Augen vielleicht schon, für mich stimmte das aber. Dass ich die letzten vier Tage (und vielleicht sogar länger?) wieder nicht trinke, ist klar.

Was ich in diesen (nun schon fast 30) Tagen gelernt habe ist, dass bewusster Wein-Konsum Freude macht und ich die Gelegenheiten, wann ich trinken, wieder mehr auswählen will.

Tag 30

Heute geht es mir – trotz dem Wein am Abend – blendend. Ich bin inspiriert und energiegeladen. Dass ich am Abend trotzdem nicht trinken will, passt gut zu meinem neu gewählten, bewussteren Umgang mit Alkohol.


Jetzt ist es drei Monate her, dass ich die Challenge gemacht habe. Geblieben ist die Lust, weniger zu trinken & Alkohol wenn, dann richtig zu geniessen. Ganz aufzuhören geht nicht – zu stark gehört Alkohol (noch) zu meiner Identität. Aber öfters mal auf Wasser, →Rimuss, alkohlfreies Bier (mein liebestes ist das →Leermond von Appenzell) oder ein Mocktail umzuschweifen tut mir gut und fällt mir immer wieder leichter. Mehr auf den eigenen Körper zu hören hilft da genau so wie entsprechende Bücher & Artikel zu lesen.

Hier noch meine liebsten alkoholfreien Cocktail-Rezepte:

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30 Tage ohne Alkohol – so ist es wirklich
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