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3 Wildkräuter, die du (fast) das ganze Jahr sammeln kannst & mein Brennnessel-Pesto-Rezept fürs grüne Gewissen & kleine Budget.

Löwenzahn sammeln und essen

Nein, nicht Rucola sondern Löwenzahn!

Ich finde ja, dass es fast nichts Tolleres gibt, als sich auf einem Spaziergang sein eigenes Essen zu sammeln. Es ist gratis, voller Nährstoffe, man ist an der frischen Luft & fühlt sich auf eine angenehme Art rebellisch. Nur leider ist das →Finden leckerer Pilze nicht so einfach und der beliebte (und leicht erkennbare) Bärlauch hat nur im Frühling Saison.

Nach dem Ausleihen zahlreicher Bücher und dem →Kennenlernen einiger essbaren Blumen bin ich zum Schluss gekommen, dass auch in diesem Bereich Einfachheit Trumpf ist. Warum mühsames Erkennen und Unterschieden von Gräsern lernen, wenn man mit drei Basics schon fast fürs ganze Jahr ausgesorgt hat? Zumindest für den Anfang ist es ganz praktisch sich auf was zu beschränken, dass wirklich überall wächst und man (fast) das ganze Jahr durch pflücken und nutzen kann.

Löwenzahn

Dieses mühsame „Unkraut“ liebe Kinder zum Pusten, aber auch zum Essen eignet er sich hervorragend. Die Blätter schmecken bitter, sind also ein toller Ersatz zu Radicchio. Und genau so nutze ich sie auch.

Am beste schmecken die kleinen, zarteren Blätter. Diese dann etwa eine halbe Stunde in warmes Wasser (gegen die Bitterkeit) mit einem Schuss Essig (gegen Ungeziefer) einlegen und entweder als Salat (am besten mit einer leicht süsslichen Sauce zum Ausgleichen der Bitterkeit) zubereiten oder zusammen mit anderem Gemüse im Ofen kochen.

Man kann übrigens die ganze Löwenzahnpflanze verwenden, die Blumen zerzupfe ich gerne für Salat oder als Dekoration fürs Essen. →Aus den Wurzeln liesse sich Tee kochen, man sie wir Karotten zubereiten oder sogar eine Art Kaffee-Ersatz herstellen – das habe ich bisher aber noch nicht gemacht, fürs Ausgraben bin ich nämlich noch zu faul. Aber gerade wer in seinem Garten jätet und den wuchernden Löwenzahn weghaben will, kann die Pflanze komplette verwenden statt ungenutzt auf den Kompost zu schmeissen.

Brennnessel

Lange habe ich mich gesträubt, Brennnessel zu pflücken und zu nutzen. Obwohl ich kaum schlechte Erfahrungen mit den Brennhaaren gemacht habe, hatte ich einen gesunden Respekt zum Kraut. Dabei ist Brennnessel nicht nur überaus vielfältig einsetzbar, sondern auch extrem gesund.

Vollends überzeugt hat mich die Tatsache, dass man im Herbst (also jetzt) die braunen Samen sammeln und trocknen kann und diese dann wie Sesam eingesetzt werden können. Sesam ist nun mal keine regionale Spezialität und so ein gesunder, lokaler Gratisersatz sollte nicht verschmäht werden!

Mit Korb, Schere und Handschuhe bewaffnet ist die Brennnesseljagd wirklich easy und es brennt nix! Nebst den braunen Samen (→hier eine ausführliche Anleitung, wie man diese sammelt, trocknet und nutzt) habe ich noch ein paar Stängel mit Blättern und grünen Samen gesammelt und diese dann total freestyle mit Öl, Salz & Pfeffer angebraten und als Beilage zum Znacht serviert. Nicht nur ich, sondern auch eine gute Freundin war begeistert!

Hanf-Pasta mit Brennnessel-Pesto

Hanf-Pasta mit selbst gemachten Brennnessel-Pesto

Als Nächstes wagte ich mich an ein Pesto – und das ist nun mein Standard-Pesto-Rezept. Mit ausschliesslich lokalen Zutaten, die man unverpackt kaufen kann, schmeichelt das Pesto meinem Gaumen, meinem grünen Gewissen und meinem Budget! Das Rezept ist:

  • frische gesammelte & gewaschene Brennnessel
  • Sonneblumenkerne – ich röste diese für etwas mehr Geschmack gerne an
  • Rapsöl
  • Knoblauchzeh klein geschnitten
  • Salz zum Abschmecken

Alle Zutaten mixen, bis sich die gewünschte Konsistenz ergibt – die Mengen mache ich nach Gefühl. Zu Beginn lieber weniger Öl, Sonnenblumenkerne und Salz dazugeben, mehr kann man immer zufügen. Mixen tu ich mir →meinen Vitamix und das Pesto ist in sekundenschnelle fertig. Hat dein Mixer etwas weniger Power, musst du ggf. zwischendurch kleine Pausen einbauen, damit der Mixer nicht überhitzt. Das Pesto ist dann im Kühlschrank aufbewahrt mindestens drei Tage geniessbar. Ich mache jeweils grössere Mengen und gefriere das Pesto dann einfach ein, so habe ich immer ein gesundes und leckeres Fertiggericht zur Hand, wenn ich nicht kochen mag ;)

Erhalte mit der Eingabe des Codes A-Smoothie-A-Day eine attraktive Überraschung bei →deiner Bestellungen auf frohkost.ch – Frohkost bietet eine grosse Auswahl an Mixern, Blendern & anderen Küchengeräten.

Wer, wie ich lange, noch zweifelt, ob es sich lohnt, Brennnessel zu sammeln: JA! Es lohnt sich! Das Kraut ist voller Eisen, Kalzium und Vitamin C. Ausserdem werden die Brennhaare durch Erhitzen (braten, kochen) oder mixen (Pesto, Smoothie) zerstört und brennen nicht mehr & das Pflücken geht mit guten Handschuhen wirklich problemlos!

Efeu

Die letzte der immergrünen Pflanzen ist definitiv nicht essbar, da giftig! Trotzdem gehört Efeu meiner Meinung nach auf die Liste, da es, wie die beiden oberen Pflanzen, bereits jedes Kind kennt und die Anwendung super praktisch ist: Ich nutze es als Waschmittel!

Gratis, schnell gemacht, umweltfreundlich – was will man mehr?!

Wie genau es funktioniert, habe ich diesem Post ausführlich erklärt: →Ökologische Putz- und Waschmittel einfach selber machen.

Hanf-Pasta mit Brennnessel-Pesto

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