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Tipps zum Fernwandern

    Glarus Reisen Schweiz

    Sommerwanderung in den Glarner Alpen: Von Mettmen zur Leglerhütte & zurück.

    Aussicht Bergpanorama Mettmenalp - Leglerhütte

    Die Glarner Alpen bestaune ich – wie so viele Zürcher*innen – bei schönem Wetter von Weitem. Höchste Zeit also, die sonnigen Sommertage zu nutzen und eine Wanderung in dieser unterschätzten Region zu unternehmen!

    Das Ziel: Die Leglerhütte auf 2273 m ü. M.

    Schneefelder vor Leglerhütte

    Von Zürich fahre ich bequem und bummelig mit der S25 entlang des Zürichsee nach Schwanden, unterwegs stösst eine Freundin hinzu. Sie wohnt in Wetzikon und kann von einer direkten Verbindung nur träumen: x-mal umsteigen ist für sie angesagt. Immerhin ist die Fahrt vergleichsweise günstig – aufgewachsen in der Region Thun, wo eine zweistündige Fahrt das mehrfache vom Z-Pass Ostwind-ZVV kostet, schwärmen wir beim Wiedersehen in der Bahn erstmal von der Lebensqualität in und um Zürich, welche auch ohne grosses Budget geniessbar ist.

    In Schwanden steigen wir in den Bus, welcher sich auf der schmalen Strasse nach Kies schlängelt. Von dort fährt die Seilbahn nach Mettmen (wo weder das GA noch das Halbtax Vergünstigung gibt). Oben angekommen, lassen wir den Blick über das Tal schweifen und stärken uns dann im modernen und sehr einladenden →Gasthof Mettmen erstmals mit Kaffee & Nussgipfeli. Schweizerischer geht es nicht mehr.

    Stausee Mettmenalp

    Satt und glücklich beginnen wir die Wanderung. Der Stausee schimmert blaugrün und entlang des Weges blühen wilde Orchideen. Die Stille und die Wildheit im alten Schutzgebiet Freiberg Kärpf ist wunderbar!

    Orchideen vor Stausee Mettmenalp

    Wie überall in der Schweiz sind die Wege top ausgeschildert und wir folgen einfach der Angabe „Leglerhütte“. Langes Vorbereiten und Recherchieren erübrigt sich. Der Weg steigt langsam und stetig, ist aber nie so steil, dass wir aus der Puste kommen. Die sattblühende Berglandschaft wird karger, grober, führt an wenigen Sommeralpen vorbei. In der Ferne sehen wir die wahrscheinlich glücklichsten Kühe der Schweiz auf einer kleinen Ebene mit Flüsschen fressen und entspannen – ohne Zaun, dafür aber mit Aussicht auf die Bergspitzen.

    Aussicht auf Stausee Mettmenalp

    Kaum erkennbar, aber: Links im Bild grasen Kühe

    Wanderung Mettmenalp Leglerhütte Weg

    Irgendwann führt der Weg neben kleinen Schneefeldern vorbei. Bergwandern ist eben die perfekte, erfrischende Alternative zum Baden im Sommer. Später werden wir auch über einige Schneefelder gehen müssen. Top ausgerüstet mit Turnschuhen beschliesse ich dabei endgültig, dass es Zeit für mich wird, Wanderschuhe zu kaufen. Diese Wanderung (inkl. den Schneefeldern) ist zwar ohne gute Ausrüstung zu schaffen, aber weitere Wanderpläne von mir verlangen diese einmalige Investition. Und auch die Schneefelder wie der später steile Abstieg sind einfach sicherer mit gutem Schuhwerk.

    Auf dem Weg zur Leglerhütte machen wir eine kleine Picknick-Pause und geniessen die Aussicht. Klar, für einige steht beim Wandern der Sport im Vordergrund, bei mir ist es aber immer der Genuss. Darum erfreue ich mich auch an den zahlreichen Alpenrosen, die wir sehen und die Abschnitte voller leuchtend blauem Enzian entzücken mich!

    Alpenrose Nahaufnahmen Mettmenalp
    Enzian Bergsommer Leglerhütte

    Bei der Leglerhütte konsumieren wir ein kleines Mittagsessen, die vegetarische Tagessuppe und ein kühles Getränk. Nach dem Essen bleiben wir noch etwas auf der Höhe, entspannen uns auf einem Bänkchen mit Sicht auf die Glarner Alpen und die kleinen Seen, welche wir beim Abstieg kreuzen werden.

    Leglerhütte Berghaus

    Wer die Wanderungen aufteilen will, kann in der →Leglerhütte übernachten. Die Zimmer sind sauber und freundlich, die Hütte sehr gastfreundlich.

    Nach der ausgedehnten Mittagspause folgt der Abstieg zu den kleinen Seen und den lustigen Standortbezeichnungen Ratzmatt – Matzlenfurggelen – Kärpfstäfeli. Der Abstieg ist steil, aber die Steine sind eine Augenweide! Rosa, violett und türkis.Nie hätte ich gedacht, dass ich diese Farbkombination einfach so in freier Natur, geschweige den in den Schweizer Alpen finden würde. Aber hier sind sie, Steine so bunt wie das Leben.

    Steine in violett und rot, Leglerhütte

    Doch es kommt noch besser: Bei den kleinen Seen angekommen vergessen wir uns beim Staunen und Fotografieren. Die Landschaft ist wir gemalt. Die Berggipfel spiegeln sich im See, gleichzeitig können wir kleine Fischchen im klaren Wasser beobachten. Harte Kerle (sprich Kinder) planschen – für uns wäre die Erfrischung definitiv zu eisig.

    Rosa Sand im Bergsee Mettmenalp
    Bergsee Mettmenalp
    Schnee, Seen und Bergkette

    Nach gefühlten Stunden reissen wir uns los und wandern weiter. Ein weiser Entscheid, wie wir (fast zu spät) bemerken: Der letzte Bus nach Schwanden fährt nämlich um 17:34, das heisst wir müssen die Gondel um 17:30 erwischen. Der finale Abschnitt absolvieren wir also sportlich, Genuss ist erst wieder in Schwanden angesagt, wo wir uns nach erwischtem Bus noch ein Glace gönnen, bevor wir mit dem Zug zurück in unseren urbanen Alltag tuckeln…

    Alpenrosen und Farm Mettmenalp

    Hier noch der Wanderbeschrieb auf der offiziellen Website der Mettmenalp.

    Frosch Mettmenalp

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    Mettmenalp – Bergsommer im Glarus
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